, Ritter Stefan
EIT: Technische Highlights und Einblicke in Norddeutschland
Vom 13. bis zum 16. Mai 2025 begab sich der Freundeskreis EIT mit einer Gruppe von 21 Studierenden der Elektro- und Informationstechnik und drei Professoren auf eine eindrucksvolle Exkursion nach Hamburg und Lübeck. Ziel war es, hochkarätige Technologieunternehmen sowie renommierte Forschungseinrichtungen kennenzulernen. Die Exkursion bot spannende fachliche Einblicke, persönliche Begegnungen mit Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie zahlreiche Denkanstöße für die berufliche Zukunft.
Tag 1: Auftakt an der HAW Hamburg – Energiewende hautnah
Nach einer reibungslosen ICE-Fahrt begann das Programm mit einem Besuch beim Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) in Bergedorf. Prof. Dr.-Ing. Hans Schäfers eröffnete den Nachmittag mit einem hochaktuellen Vortrag zur Energiewende in Deutschland. Mit beeindruckenden Zahlen und klaren Visionen wurde das „Big Picture“ skizziert: Über 165 Gigawatt installierte Kapazität aus erneuerbaren Quellen stehen einem Bedarf von 30–90 Gigawatt gegenüber – doch der Flaschenhals liegt in der Netzverteilung.
Die Führung durch die Anlagen des CC4E wurde von den Promotionsstudenten Felix und Nicolas geleitet. Ob Elektrolyseur, Biogasanlage, Wärmepumpe oder die PV-Anlage auf dem Dach des Gebäudes – jede Station verdeutlichte das Zusammenspiel moderner Energieinfrastruktur. Ein interaktives Exponat zur Visualisierung der Energieflüsse einer Stadt aktivierte die Gruppe und hinterließ einen bleibenden Eindruck.
Nach dem Einchecken im A&O-Hotel in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs stand der Abend zur freien Verfügung.
Tag 2: Lübeck – Hightech für Leben und Ernährung
Am zweiten Tag führte der Weg nach Lübeck. Die Busfahrt von Hamburg nach Lübeck dauerte etwa eineinhalb Stunden. Am Vormittag öffnete die Firma Dräger ihre Tore. Frau Meyer stellte das weltweit agierende Unternehmen mit Hauptsitz in Lübeck vor. Im Anschluss zeigte sie Einstiegsmöglichkeiten bei Dräger vom Praktikum bis zum Direkteinstieg auf. Seit mehr als 130 Jahren entwickelt Dräger mit momentan über 16.000 Mitarbeitenden lebensrettende Technik für Medizin und Industrie. Udo und Paul, zwei Ingenieure aus der Entwicklung, führten uns durch den Showroom. Dort sind entlang der Firmenhistorie typische Dräger-Produkte ausgestellt: von der Bierzapfanlage bis zum volleingerichteten OP-Saal. Die Exponate konnten ausprobiert werden. Im Anschluss berichtete Marko, ein Masterstudent am KIT, von seinem Praktikum bei Dräger. Der Besuch endete mit einem herzhaften Mittagessen und Gesprächen in lockerer Runde.
Der Nachmittag war der Firma Baader gewidmet. Das Unternehmen ist der weltweite Markführer für Maschinen zur Fischverarbeitung. Nach der Begrüßung durch Frau Kappes präsentierten Herr Raths und Herr Kühnel die Firmengeschichte von mehr als 100 Jahren. Bei der Führung durch die Fertigung wurde deutlich, wie komplex und hochautomatisiert die Fischverarbeitung im 21. Jahrhundert ist. In ihren Präsentationen stellten Herr Hansen und Frau Dr. Kratz ihre Spezialgebiete PLC-Programmierung und Simulation sowie die kamerabasierte Linienautomatisierung vor. Die Qualität und Tiefe der Präsentationen machten diesen Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Abgerundet wurde der Tag durch ein gemeinsames Abendessen im Restaurant T.R.U.D.E. in Hamburg, bei dem die vielen Eindrücke in entspannter Atmosphäre nachklangen.
Tag 3: Von Flugzeugkabinen zu Teilchenbeschleunigern
Der Donnerstag begann mit einem Highlight: dem Besuch bei Airbus in Finkenwerder. Im Test-Center für Kabinen- und Elektroniksysteme wurden wir von Frau Clauss empfangen und von einem ganzen Team aus Ingenieurinnen und Ingenieuren betreut. Sehr beeindruckend war die Besichtigung der „Cabin0“ - einem realitätsnahen “Mockup” eines Kabinensegments des A321 zur Untersuchung der Luftströmungen in Passagierkabinen. Die Führungen mit den Herren Gores, Bezold und Terzi vermittelten uns sehr anschaulich, welche ingenieurtechnischen Herausforderungen sich hinter scheinbar einfachen Dingen wie Klimatisierung oder Luftdruckregelung verbergen. Im Anschluss wurde ein Business-Lunch serviert. Frau Tunc stellte uns die vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten vom Praktikum bei Airbus bis zum Direkteinstieg vor.
Auf dem Weg zu unserem Nachmittagstermin überquerten wir die Elbe mit einer Fähre und konnten etwas “Hamburger Hafenluft” schnuppern.
Nachmittags stand das DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) auf dem Programm. Mit großer Fachkenntnis führten Philipp Schoch, ein Absolvent unserer Fakultät, und Joachim Karl durch die Labore und Hallen. Dann ging es mit dem Materialaufzug unter die Erde (Etage -6), wo wir HERA direkt in Augenschein nehmen konnten. Ob Magnetfeldtechnologie oder Röntgenstrahlung – hier wurde Wissenschaft zum Erlebnis. Der Besuch vermittelte nicht nur ein technisches Verständnis, sondern auch eine Vorstellung davon, wie internationale Spitzenforschung funktioniert.
Tag 4: Rückblick und Heimreise
Am Freitagmorgen trat die Gruppe die Heimreise nach Karlsruhe an – mit vielen neuen Impulsen, Kontakten und einem erweiterten Horizont.
Die Exkursion bot nicht nur wertvolle technische Einblicke, sondern auch persönliche Begegnungen mit hochmotivierten Fachleuten. Besonders hervorzuheben ist die engagierte und sehr gute fachliche Betreuung durch die Mitarbeitenden von Dräger, Baader, Airbus und DESY sowie des CC4E, bei denen wir uns herzlich bedanken.